"Brauchen die Überzeugung zurück"

Niklas Moisander im Interview
Niklas Moisander hat gegen den SC Paderborn sein Comeback gegeben (Foto: nordphoto).
Interview
Mittwoch, 11.12.2019 / 17:24 Uhr

Das Interview führte Yannik Cischinsky

Endlich kann Niklas Moisander seine neue Rolle auch auf dem Feld ausfüllen. Der Kapitän gab gegen Paderborn sein Comeback - das er sich natürlich ganz anders vorgestellt hatte. In der sportlich schwierigen Situation ist die Rückkehr des Routiniers ein wichtiger Faktor. Im Interview mit WERDER.DE spricht Moisander über die Spiele bis Weihnachten, Selbstvertrauen und schlaflose Nächte.

WERDER.DE: Niklas, wie hast du die letzten Nächte geschlafen?

Niklas Moisander: „Nicht so gut.“

WERDER.DE: Was war die Ursache – eher deine sechs Wochen alte Tochter oder das schlechte Paderborn-Spiel?

Niklas Moisander: „Beides (lacht). Es war mehr das Spiel. Natürlich waren wir nach dem letzten Ergebnis alle sehr enttäuscht und einige von uns haben nicht so gut geschlafen… Ich habe mir mein Comeback ganz anders vorgestellt. Ich wollte mit einem Sieg zurückkehren. Das ist nicht gelungen und das ärgert mich.“

Nach dem Paderborn-Spiel jeden Muskel gespürt

Niklas Moisander hat der 90-minütige Einsatz gegen Paderborn gut getan (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Bist du jemand, der viel grübelt?

Niklas Moisander: „Ich grübele schon. Als ich jünger war, hat es auch mal zwei, drei Tage gedauert, so eine Niederlage zu verarbeiten. Aber jetzt mit der Familie ist jeder Tag hektischer. Da hat man weniger Zeit, nachzudenken und einen anderen Fokus. Ich glaube, das ist ein Prozess, der sehr wichtig ist im Leben.“

WERDER.DE: Kannst du dich mit diesem gewonnenen Abstand schon über dein Comeback nach drei Monaten Pause freuen?

Niklas Moisander: „Klar, persönlich freue ich mich natürlich sehr über mein Comeback. Ich war drei Monate raus. Das war eine lange Zeit und für mich als neu ernannter Kapitän echt schwierig, nicht bei der Mannschaft zu sein. Das Spiel aber habe ich mir anders vorgestellt.“

WERDER.DE: Wie fühlst du dich körperlich?

Niklas Moisander: „Ganz gut, aber ich muss zugeben, so ein Bundesliga-Spiel ist doch schon eine andere Belastungsstufe. Ich habe die letzten beiden Tage wirklich alles am Körper gespürt. Ich muss sagen, das ist etwas Anderes, als mit 22 Jahren sein Comeback zu geben. Aber es war sehr schön, zurück zu sein und gleich 90 Minuten zu spielen.“

Schon gelesen?

Rakete und die tiefen Läufe

Mit der deutschen Sprache geht Milot Rashica zumindest in der Öffentlichkeit auch knapp zwei Jahre nach seiner Ankunft in Bremen immer noch vorsichtig um. „Ich verstehe sehr viel“, betont der 23-Jährige im neuesten, auf Englisch geführten WERDER-PODCAST. Doch vor allem im Gespräch mit Muttersprachlern traut er sich noch nicht aus der Reserve: „Ich will da lieber keine Fehler machen.“

23.01.2020 / 08:00 / Podcast

WERDER.DE: Wie bewertest du die aktuelle sportliche Situation? Was fehlt der Mannschaft?

Niklas Moisander: „Es ist eine schwierige Situation, das spüren wir. Wir haben zu viele Spiele unentschieden gespielt und wichtige Heimspiele nicht gewonnen. Wir brauchen die Überzeugung und das Selbstvertrauen zurück, um unsere Art von Fußball spielen zu können. Wir müssen uns diese Überzeugung wieder hart zurückerarbeiten.“

WERDER.DE: Worauf kommt es in den kommenden Spielen bis Weihnachten an?

Niklas Moisander: „Wir müssen realisieren, wie die Situation ist. Wir müssen aktuell nach unten schauen und dafür sorgen, uns von den Abstiegsrängen zu distanzieren. Nur das zählt. Das ist allen in der Mannschaft klar.“

Hofft auf personelle Konstanz in der Abwehrreihe: Niklas Moisander (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Wie wichtig ist es in deinen Augen, dass die Abwehrkette personell konstant besetzt bleibt?

Niklas Moisander: „Das ist für jedes Team wichtig. Wir haben fast immer mit einer unterschiedlichen Abwehrkette gespielt. Das ist nicht gut. Im Match hatte ich ein gutes Gefühl, ich hoffe, das es so bleibt. Wir brauchen alle Spieler, auch defensiv. Wir sind eine Mannschaft, das müssen wir jetzt zeigen."

WERDER.DE: Ist das Wintertrainingslager eine willkommene Möglichkeit, den Resetknopf zu drücken?

Niklas Moisander: „Darüber denken wir nicht nach. Wir denken nur bis Weihnachten, dass wir bis zum Jahreswechsel Punkte holen wollen, um dort wegzukommen. Das ist unser Ziel.“

WERDER.DE: Zum Abschluss ein Blick auf Samstag. Ist es eigentlich das schwerste oder das leichteste Spiel des Jahres?

Niklas Moisander (lacht): „Ich glaube, es ist das schwerste Spiel des Jahres. Bayern ist die stärkste Mannschaft der Bundesliga, auch wenn die Tabelle das gerade nicht wiederspiegelt. Sie haben so große individuelle Qualität. Klar, wir haben nichts zu verlieren. Wir wollen punkten, auch in München. Wir fahren da hin, um zu gewinnen.“

 

Das Neuste rund um die Bundesliga-Profis:

Profis

22.01.2020