Immer mehr wollen

Trainer Alexander Kluge im Interview
Trainer Alexander Kluge ist zufrieden mit der bisherigen Saison (Foto: hansepixx).
Frauen
Mittwoch, 11.12.2019 / 17:13 Uhr

Das Interview führte Marcel Kuhnt

Bisher kann Alexander Kluge auf eine erfolgreiche Saison mit seinem Team zurückblicken. Als Spitzenreiter der 2. Frauen-Bundesliga geht die 1. Frauen des SV Werder Bremen in die Winterpause. Für den Coach, der im Sommer das Traineramt übernommen hat, ist dies jedoch erst der Anfang auf dem Weg zurück ins Oberhaus. Im Interview mit WERDER.DE verrät der 33-Jährige wie er die bisherige Spielzeit bewertet, woran die Grün-Weißen weiterhin arbeiten müssen und welche Lehren er aus dem Pokal-Spiel gegen den SC Sand gezogen hat.

WERDER.DE: Das Fußball-Jahr 2019 ist vorbei. Die Winterpause hat begonnen. Mit welchem Gefühl gehst du in die Pause?

Alexander Kluge: „Ich gehe mit einem guten Gefühl in die Winterpause. Wir haben in den letzten Monaten viele Entwicklungsschritte gemacht, stehen an der Tabellenspitze der 2. Frauen-Bundesliga und haben insgesamt ein positives Halbjahr hinter uns.“

WERDER.DE: Welche Schritte meinst du?

Alexander Kluge: „Vor Saisonbeginn wussten wir nicht genau, was auf uns zukommt. Die eingleisige 2. Liga war für uns neu und wir waren gespannt, wo wir stehen. Unserem Ziel – dem direkten Wiederaufstieg – sind wir in den letzten Monaten viele Meter nähergekommen und konnten uns schon einen ordentlichen Puffer erspielen.“

Vorne, Unbesiegt, Motiviert

Der Teamgedanke macht die Grün-Weißen so stark, weiß Coach Alexander Kluge (Foto: Haß).

WERDER.DE: Zwölf Punkte Vorsprung haben wir momentan auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz. Kann dieser Abstand auch zur Gefahr werden?

Alexander Kluge: „Das denke ich nicht. Die Mannschaft und alle Beteiligten wissen genau, dass so ein Vorsprung schnell weg sein kann. Natürlich unterstreicht der Abstand, dass wir bisher eine gute Saison gespielt haben. Dennoch werden wir nach der Winterpause mit voller Motivation starten, um aus den übrigen zwölf Spielen möglichst viele Punkte zu holen.“

WERDER.DE: Apropos Punkte. Wären in der bisherigen Spielzeit mehr Zähler drin gewesen?

Alexander Kluge: „Mit der Punktausbeute können wir sehr gut leben. Es gab Spiele wie das Heimspiel gegen Gladbach, wo wir kurz vor Schluss führen und noch den Ausgleich hinnehmen mussten, oder auch das Spiel in Hoffenheim, das wir hätten gewinnen können. Doch es gab auch Partien, die wir mit dem Quäntchen Glück für uns entschieden haben. Beispielsweise das Match in Bielefeld oder auch zuletzt zu Hause gegen Gütersloh. Daher sind wir froh, dass wir bereits 36 Punkte haben und weiter ungeschlagen sind.“

WERDER.DE: Eine Niederlage mussten wir trotzdem hinnehmen. Im DFB-Pokal sind wir trotz sehr guter Leistung gegen den Erstligisten SC Sand ausgeschieden. Was hat man aus dieser Partie mitgenommen?

Alexander Kluge: „Das Spiel hat gezeigt, dass wir uns vor einem Erstligisten nicht verstecken müssen, aber auch noch Verbesserungspotential haben. In dieser Begegnung waren wir sehr aktiv, haben uns Chancen erspielt und waren auf Augenhöhe. Am Ende haben wir trotzdem verloren, da wir in der Offensive nicht effektiv genug waren und in der Defensive in den entscheidenden Momenten die letzte Konsequenz gefehlt hat.“

Wir werden unser Ziel nur als Team und nicht als Individualisten erreichen.
Alexander Kluge, Trainer der 1. Frauen

WERDER.DE: Im letzten Sommer hat sich das Gesicht der Mannschaft kaum verändert. Wie wichtig ist das große Teamgefühl für die Mission Wiederaufstieg?

Alexander Kluge: „Dieses Gefühl ist extrem wichtig. Man merkt, dass die Mannschaft über die letzten Jahre zusammengewachsen ist. Sie haben gemeinsam viele Höhen, aber auch Tiefen erlebt. Auch mir hat dieses Zusammengehörigkeitsgefühl im Sommer geholfen, als ich das Team übernommen habe. Im Moment arbeiten wir daran am Ende der Saison wieder ein Hoch feiern zu können. Das ist aber nur möglich, wenn wir weiterhin auf unsere Stärke bauen. Und das ist der Zusammenhalt auf und neben dem Platz. Denn wir werden unser Ziel nur als Team und nicht als Individualisten erreichen. Das heißt auch, dass das eigene Ego in gewissen Momenten hintenangestellt werden muss.“

WERDER.DE: Für dich persönlich hat sich im Sommer einiges getan. Nach Jahren in der U17 hast du die 1. Frauen übernommen. Was hat sich für dich verändert?

Alexander Kluge: „Es hat sich sehr viel verändert. Im U17-Bereich liegt der Fokus auf der individuellen Entwicklung unserer Talente, die nun Phillip Portwich fortsetzt. In dem Altersbereich habe ich selten alle Spielerin gemeinsam auf dem Trainingsplatz gehabt. Das ist jetzt anders. Fünf bis sechs Mal in der Woche haben wir das gesamte Team zusammen und können an unterschiedlichsten Bereichen arbeiten. Sowohl in der großen Gruppe, als auch in Kleingruppen, wo sich das gesamte Trainer- und Funktionsteam einbringt.“

WERDER.DE: Weihnachten steht vor der Tür. Was wünschst du dir denn für die Zukunft?

Alexander Kluge: „In erster Linie, dass alle fit bleiben und die derzeit Verletzten wieder gesundwerden. Darüber hinaus, dass wir an unsere Leistungen anknüpfen und uns stetig weiterentwickeln. Zudem wollen wir weiter Punkte sammeln, damit wir 2020 den Aufstieg in die 1. Liga feiern können.“

 

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